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Als
ich 1986, im Alter von 16 Jahren, meine erste
Spiegelreflexkamera kaufte, ahnte ich noch nicht, wohin mich
mein neues Hobby führen würde. Ich setzte damals meine künstlerischen
Ideen in Landschaftsfotos und Stillleben in Schwarzweiß um. Natürlich
reizte mich auch die Aktfotografie, und meine ersten Versuche
machte ich bereits 1989, wiederum in Schwarzweiß. Das Ergebnis
war durchaus überzeugend, und die Anerkennung, die ich fand,
ermutigte mich, damit weiterzumachen.
Die
folgenden Jahre brachten eine Verfeinerung meines Stils und
achtbare Erfolge bei Wettbewerben und Ausstellungen. Allerdings
hatte ich schon lange das Ziel, mit künstlerischer
Aktfotografie meinen Lebensunterhalt zu verdienen, und in dieser
Richtung waren die Erfolge leider nicht so groß. Ich habe lange
gebraucht, um mir darüber klar zu werden, dass künstlerische
Aktaufnahmen in Schwarzweiß zwar allgemein sehr bewundert
werden, aber leider nicht genug Geld einbringen, um davon leben
zu können.
Zudem
wurde nach dem Abitur in 1989 und der Beendigung des
Zivildienstes im folgenden Jahr die Frage der beruflichen
Orientierung immer dringender. Natürlich wollte ich etwas mit
Fotografie machen, aber an einen der wenigen Studienplätze im
Fach Fotodesign heranzukommen wollte mir nicht gelingen. Eine
handwerkliche Ausbildung als Fotograf schien mir wenig sinnvoll,
da ich es inzwischen selbst schon so weit gebracht hatte, dass
ich dabei nicht mehr viel zu lernen gehabt hätte. Dadurch bin
ich bis heute reiner Autodidakt.
Da
die diversen Nebenjobs, von denen ich seinerzeit lebte, sowie
ein aus Verlegenheit begonnenes Magisterstudium in den Fächern
Kunstgeschichte und Germanistik auf die Dauer auch nicht so
spannend waren, entschied ich mich 1995 schließlich, auf eher
kommerziell orientierte Farbaufnahmen im Pinup-Stil umzusteigen,
um meinen Traum, vollprofessioneller Aktfotograf zu sein, doch
noch umsetzen zu können.
Ich
konnte jedoch bald feststellen, dass dieser Wechsel meine
Kreativität durchaus nicht einschränkte, denn auch bei solchen
Aufnahmen hat man sehr viele Möglichkeiten, seinen eigenen Stil
herauszubilden und künstlerisch-kreative Ideen umzusetzen.
Hinzu kam der wachsende Erfolg bei der Vermarktung meiner
Aufnahmen, der mir auf anderem Weg viel größere Freiräume
gab: Dadurch, dass es kein kostspieliges Hobby mehr war, sondern
ein mehr und mehr gewinnbringendes Geschäft wurde, konnte ich
viel häufiger und mit viel größerem Aufwand als bisher
arbeiten.
Während
der drei Jahre, in denen ich im journalistischen Bereich bei
einer Kasseler Stadtillustrierten tätig war, baute ich parallel
meine Tätigkeit als Fotodesigner auf semiprofessioneller Basis
immer weiter aus. Seit 1999 schließlich bin ich
vollprofessionell in der Aktfotografie tätig. Heute betrachte
ich mich zwar nicht mehr als Künstler, sondern eher als
kreativer Produzent, der aber seine Freiräume nutzen kann, um
eigene Ideen umzusetzen und einen persönlichen Stil
herauszubilden.
Martin
Krake
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