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Sex?

 

Auf dem schmalen Grat zwischen betörender Leidenschaft und lustvollem Schmerz umrundet der deutsche Künstler Woschofius das komplexe Terrain der erotischer Photographie und beleuchtet es mit den hier ausgestellten zehn Bildern auf immer wieder neue Weise. Seine sowohl in der Perspektive, als auch in der Gestaltung vielseitigen Bilder des Eros wirken nicht nur für den Moment des Betrachtens, sondern brennen sich gleichsam in unser erotisches Gedächtnis ein und beleben es durch ihre unverbrauchte Frische. Auf diese Weise hebt Woschofius das erotische Begehren des Menschen auf eine neue Stufe, denn wahrhaft erfüllende Wollust schöpft sich ihre Kraft zu gleichen Teilen aus Erinnerung und Überraschung und wird so zu einem überwältigen Fest der Sinne und der Sinnlichkeit.

KS

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Fotografien sind Momentaufnahmen des Lebens und doch hat manches Bild mehr Inhalt als ein ganzer Film. Die Fantasie füllt das Bild mit Emotionen und macht daraus eine kleine Episode. Man sieht vor dem geistigen Auge das "Davor" und auch das "Danach". Das Bild beginnt zu LEBEN.... und dieses Leben fasziniert mich schon seit meiner Jugend. Zuerst durch die Malerei und heute durch die Fotografie versuche ich Geschichten zu erzählen. Manchmal ist das Foto der Beginn einer Geschichte, ein anderes Mal das Ende. Wie ist das "Objekt der Begierde" in diese Situation gekommen? Oder wie geht es weiter?

Erotik und Sex sind die stärksten Triebfedern des Menschen. Es wurden Kriege gefochten, Morde begangen, Suizide fanden statt, nur um Gelüste zu befriedigen oder aus Liebeskummer. Troja versank im Staub wegen Helena und die Nitribit wurde Opfer der Politik.

Was liegt daher näher, als Fotografie und Erotik zu verbinden?

Erotik ist die Kunstform der Liebe. Sie hat viele Facetten; und wie in der Malerei gibt es auch viele verschiedene Stile, die auch aus anderen Kunstformen entnommen wurden. Der Tanz, die Lyrik. die Musik, die Zärtlichkeit, aber auch die bunte Facette des Fetischismus und Sado- Masochismus sind Kunststile der Erotik.

Die Farbe Schwarz symbolisiert die SM- Szene und doch ist SCHWARZ sehr BUNT.

Meine Bilder sollen diese Buntheit zeigen und vielleicht auch etwas zur Aufklärung beitragen. Es geht nicht um Schmerz, Demütigung und Gewalt in meinen Bildern, sondern um das gemeinsame Erleben des sich Fallenlassens und des aufgefangen Werdens.

Dabei ist der Schmerz niemals das Ziel selbst, sondern nur der Weg zu etwas Höherem...der psychischen Vereinigung zweier Menschen.

Dazu bedarf es Vertrauen und Hingabefähigkeit.

Aber letztendlich zeigen die Bilder immer das, was der Betrachter darin sieht.

Zum Beispiel beim Bild "der Schrei":

Zeigt es die Sprachlosigkeit?

Zeigt es die Unfähigkeit über etwas Bestimmtes zu reden?

Ist es der Maulkorb den uns die Gesellschaft überstülpt?

Ist es eine Gewaltszene oder die Vergewaltigung der Frau, ... oder des Wortes?

Zeigt es die Zensur?

Oder ist es einfach nur durch Zufall entstanden?

Es spielt keine Rolle.

 

Motiv, Licht und Schatten, Emotion, Bereitschaft sich zu öffnen und der Zufall sind die Eckpfeiler einer gelungenen Fotografie und nicht all zu oft paßt dies alles zusammen. Man muß Kompromisse schließen, ... mit sich selbst und dem Foto.

Dieser Kompromiss verbindet den Fotografen mit dem Bild. Aber auch das Verhältnis zwischen Fotograf und Modell ist wichtig. Vertrauen ist der Weg zu einem guten Bild... und natürlich der Spaß. Viele meiner Fotos wirken hart oder auch gewalttätig. Sie sind es aber nicht. Bilder sind visuelle Reizgeber. Sie erzählen Geschichten, ... genau so wie es auch die Musik und natürlich die Literatur macht. Mein wachsendes Gesamtwerk sollte daher nicht nur die Fotografie, sondern auch die Musik und Literatur umfassen. Entstanden ist die Musik CD "Der Marquis" mit einer Begleit- bzw Hintergrundmusik für einen erotisch- bizarren Abend, sowie der Roman "Tortura Fortunae".

Meine Werke behandeln das Thema Sadomasochismus aus der Sicht eines Menschen, der diese Welt tagtäglich spürt und erlebt. Es ist eine schöne Welt, voller Emotionen und voller Liebe. Ich finde dort meine Ruhe... und diese Ruhe spiegelt sich auch im "Marquis" wieder. Musik schreibt Bilder in die Seele, du schließt die Augen und deine Fantasie treibt dich irgendwo hin. "Der Marquis" ist eingefangene Stimmung aus meinem Leben.... ausgewogen, in sich ruhend... vielleicht etwas düster, aber voller positiver Energie.

Das Werk beginnt mit dem Ticken einer Uhr, daß die Zeit symbolisiert. Hat die Zeit eigentlich einmal angefangen? Wird sie einmal enden?

Für mich beginnt die Zeit mit meiner ersten Erinnerung und endet mit meiner letzten. Dazwischen spielt sich das Leben in Episoden ab. Diese Episode beginnt mit ruhigen Tönen, öffnet sich zur Gregorianik, nimmt die Geräusche eines "SM- Spiels" auf, um

schließlich im dumpfen Rhythmus wieder dem Ticken der Uhr zuzustreben.

Sie ist somit als kleiner Kreislauf geschrieben, ... quasi ein kleines Leben, wie ich es auch bei einer tiefe, ruhigen SM- Session erlebe, ... und hierfür habe ich sie eigentlich geschrieben.

Der SM- Roman "Tortura Fortunae" ist die fiktive Geschichte einer Frau. Sie begeht eines Straftat und wird vor die Wahl gestellt- entweder Anzeige bei der Polizei, oder ein Leben als Sklavin für einen Monat. Sie entscheidet sich für das vermeintlich Leichtere. Ihre Welt gerät rasch aus den Fugen, ein Verbrechen geschieht. Wird sie das nächste Opfer sein? Sie verliebt sich- aber wem kann sie trauen? Ein Fest wird vorbereitet ... und sie ist der Mittelpunkt.

Zur Zeit entstehen auch noch einige Kurzgeschichten sowie eine Novelle die im Bildband "Der Luzidus" in 2002 veröffentlicht werden soll.

Ich weiß nicht, wozu mich das Leben noch inspirieren wird, ich hoffe aber, dass es mir viel Spaß machen wird...

Das Thema Sadomasochismus ist nach wie vor in der Gesellschaft tabuisiert und wird bis heute im Brockhaus noch als "Perversion" bezeichnet, obwohl es keinem medizinischen Perversionskriterium entspricht. Bis heute ist es nicht gelungen die Mehrheit der Gesellschaft über das Thema hinreichend aufzuklären. Klischees und Vorurteile Prägen die Diskussionslandschaft. Daher möchte ich einige Zeilen der Aufklärung widmen.
Das Recht auf freie Entfaltung und freie Meinungsäußerung, schließt auch das Recht ein, ANDERS zu leben, als es die "normale" Gesellschaft für sich als opportun empfindet. Gleichheit vor dem Gesetz muß selbstverständlich sein, Gleichheit in der Art zu leben und zu lieben darf es jedoch nicht geben. Das Zulassen von Vielfältigkeit ist genauso ein schützenswertes Menschenrecht, wie das Leben und die Kultur aller Menschen dieser Erde. TOLERANZ und RESPEKT- auch für Andersdenkende und Andersliebende - muß selbstverständlich sein. Auch Anhänger von "Grenzbereichen" der Erotik stehen nicht außerhalb der Gesellschaft, sondern sind Teil davon, genau so wie es die Schwulen, Lesben, Transvestiten, Gesunden, Kranken, Reichen, Armen, Anwälte, Beamten, Arbeiter, Angestellten, Arbeitslosen, Hausfrauen, Hausmänner, Soldaten, Heterosexuellen und Politiker sind.

Laßt uns einfach BUNT sein.


Ich will darstellen wie bunt Erotik sein kann und welche Facetten ihr inne wohnen.

Lust, Schmerz, Vertrauen, Hingabe, Verantwortung, Zärtlichkeit und Liebe

Ich will zeigen, daß die Einvernehmlichkeit zwischen zwei Menschen neue Wege der Erotik eröffnet.... provokativ, gerne auch diskussionswürdig....


...aber immer BUNT.

 

Ich wünsche uns allen viel Toleranz, freie Gedanken, Inspiration und ein schönes und interessantes Leben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

www.woschofius.de

 

 

 

 

 

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