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Fotografien
sind Momentaufnahmen des Lebens und doch hat manches Bild mehr
Inhalt als ein ganzer Film. Die Fantasie füllt das Bild mit
Emotionen und macht daraus eine kleine Episode. Man sieht vor
dem geistigen Auge das "Davor" und auch das
"Danach". Das Bild beginnt zu LEBEN.... und dieses
Leben fasziniert mich schon seit meiner Jugend. Zuerst durch die
Malerei und heute durch die Fotografie versuche ich Geschichten
zu erzählen. Manchmal ist das Foto der Beginn einer Geschichte,
ein anderes Mal das Ende. Wie ist das "Objekt der
Begierde" in diese Situation gekommen? Oder wie geht es
weiter?
Erotik
und Sex sind die stärksten Triebfedern des Menschen. Es wurden
Kriege gefochten, Morde begangen, Suizide fanden statt, nur um
Gelüste zu befriedigen oder aus Liebeskummer. Troja versank im
Staub wegen Helena und die Nitribit wurde Opfer der Politik.
Was
liegt daher näher, als Fotografie und Erotik zu verbinden?
Erotik
ist die Kunstform der Liebe. Sie hat viele Facetten; und wie in
der Malerei gibt es auch viele verschiedene Stile, die auch aus
anderen Kunstformen entnommen wurden. Der Tanz, die Lyrik. die
Musik, die Zärtlichkeit, aber auch die bunte Facette des
Fetischismus und Sado- Masochismus sind Kunststile der Erotik.
Die
Farbe Schwarz symbolisiert die SM- Szene und doch ist SCHWARZ
sehr BUNT.
Meine
Bilder sollen diese Buntheit zeigen und vielleicht auch etwas
zur Aufklärung beitragen. Es geht nicht um Schmerz, Demütigung
und Gewalt in meinen Bildern, sondern um das gemeinsame Erleben
des sich Fallenlassens und des aufgefangen Werdens.
Dabei
ist der Schmerz niemals das Ziel selbst, sondern nur der Weg zu
etwas Höherem...der psychischen Vereinigung zweier Menschen.
Dazu
bedarf es Vertrauen und Hingabefähigkeit.
Aber
letztendlich zeigen die Bilder immer das, was der Betrachter
darin sieht.
Zum
Beispiel beim Bild "der
Schrei":
Zeigt
es die Sprachlosigkeit?
Zeigt
es die Unfähigkeit über etwas Bestimmtes zu reden?
Ist
es der Maulkorb den uns die Gesellschaft überstülpt?
Ist
es eine Gewaltszene oder die Vergewaltigung der Frau, ... oder
des Wortes?
Zeigt
es die Zensur?
Oder
ist es einfach nur durch Zufall entstanden?
Es
spielt keine Rolle.
Motiv,
Licht und Schatten, Emotion, Bereitschaft sich zu öffnen und
der Zufall sind die Eckpfeiler einer gelungenen Fotografie und
nicht all zu oft paßt dies alles zusammen. Man muß Kompromisse
schließen, ... mit sich selbst und dem Foto.
Dieser
Kompromiss verbindet den Fotografen mit dem Bild. Aber auch das
Verhältnis zwischen Fotograf und Modell ist wichtig. Vertrauen
ist der Weg zu einem guten Bild... und natürlich der Spaß.
Viele meiner Fotos wirken hart oder auch gewalttätig. Sie sind
es aber nicht. Bilder sind visuelle Reizgeber. Sie erzählen
Geschichten, ... genau so wie es auch die Musik und natürlich
die Literatur macht. Mein wachsendes Gesamtwerk sollte daher
nicht nur die Fotografie, sondern auch die Musik und Literatur
umfassen. Entstanden ist die Musik CD "Der
Marquis" mit einer Begleit- bzw Hintergrundmusik
für einen erotisch- bizarren Abend, sowie der Roman "Tortura
Fortunae".
Meine
Werke behandeln das Thema Sadomasochismus aus der Sicht eines
Menschen, der diese Welt tagtäglich spürt und erlebt. Es ist
eine schöne Welt, voller Emotionen und voller Liebe. Ich finde
dort meine Ruhe... und diese Ruhe spiegelt sich auch im "Marquis"
wieder. Musik schreibt Bilder in die Seele, du
schließt die Augen und deine Fantasie treibt dich irgendwo hin.
"Der Marquis" ist
eingefangene Stimmung aus meinem Leben.... ausgewogen, in sich
ruhend... vielleicht etwas düster, aber voller positiver
Energie.
Das
Werk beginnt mit dem Ticken einer Uhr, daß die Zeit
symbolisiert. Hat die Zeit eigentlich einmal angefangen? Wird
sie einmal enden?
Für
mich beginnt die Zeit mit meiner ersten Erinnerung und endet mit
meiner letzten. Dazwischen spielt sich das Leben in Episoden ab.
Diese Episode beginnt mit ruhigen Tönen, öffnet sich zur
Gregorianik, nimmt die Geräusche eines "SM- Spiels"
auf, um
schließlich
im dumpfen Rhythmus wieder dem Ticken der Uhr zuzustreben.
Sie
ist somit als kleiner Kreislauf geschrieben, ... quasi ein
kleines Leben, wie ich es auch bei einer tiefe, ruhigen SM-
Session erlebe, ... und hierfür habe ich sie eigentlich
geschrieben.
Der
SM- Roman "Tortura Fortunae"
ist die fiktive Geschichte einer Frau. Sie begeht eines Straftat
und wird vor die Wahl gestellt- entweder Anzeige bei der
Polizei, oder ein Leben als Sklavin für einen Monat. Sie
entscheidet sich für das vermeintlich Leichtere. Ihre Welt
gerät rasch aus den Fugen, ein Verbrechen geschieht. Wird sie
das nächste Opfer sein? Sie verliebt sich- aber wem kann sie
trauen? Ein Fest wird vorbereitet ... und sie ist der
Mittelpunkt.
Zur
Zeit entstehen auch noch einige Kurzgeschichten sowie eine
Novelle die im Bildband "Der
Luzidus" in 2002 veröffentlicht werden soll.
Ich
weiß nicht, wozu mich das Leben noch inspirieren wird, ich
hoffe aber, dass es mir viel Spaß machen wird...
Das
Thema Sadomasochismus ist nach wie vor in der Gesellschaft
tabuisiert und wird bis heute im Brockhaus noch als
"Perversion" bezeichnet, obwohl es keinem
medizinischen Perversionskriterium entspricht. Bis heute ist es
nicht gelungen die Mehrheit der Gesellschaft über das Thema
hinreichend aufzuklären. Klischees und Vorurteile Prägen die
Diskussionslandschaft. Daher möchte ich einige Zeilen der
Aufklärung widmen.
Das Recht auf freie Entfaltung und freie Meinungsäußerung,
schließt auch das Recht ein, ANDERS
zu leben, als es die "normale" Gesellschaft für sich
als opportun empfindet. Gleichheit vor dem Gesetz muß
selbstverständlich sein, Gleichheit in der Art zu leben und zu
lieben darf es jedoch nicht geben. Das Zulassen von
Vielfältigkeit ist genauso ein schützenswertes Menschenrecht,
wie das Leben und die Kultur aller Menschen dieser Erde. TOLERANZ
und RESPEKT- auch für
Andersdenkende und Andersliebende - muß selbstverständlich
sein. Auch Anhänger von "Grenzbereichen" der Erotik
stehen nicht außerhalb der Gesellschaft, sondern sind Teil
davon, genau so wie es die Schwulen, Lesben, Transvestiten,
Gesunden, Kranken, Reichen, Armen, Anwälte, Beamten, Arbeiter,
Angestellten, Arbeitslosen, Hausfrauen, Hausmänner, Soldaten,
Heterosexuellen und Politiker sind.
Laßt
uns einfach BUNT
sein.
Ich will darstellen wie bunt Erotik sein kann und welche
Facetten ihr inne wohnen.
Lust,
Schmerz, Vertrauen,
Hingabe, Verantwortung,
Zärtlichkeit und Liebe
Ich
will zeigen, daß die Einvernehmlichkeit zwischen zwei Menschen
neue Wege der Erotik eröffnet.... provokativ, gerne auch
diskussionswürdig....
...aber immer BUNT.
Ich
wünsche uns allen viel Toleranz, freie Gedanken, Inspiration
und ein schönes und interessantes Leben.
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